Jonas Sagroda
Karoline Engellandt

Inmitten des Rheinisch-Bergischen Kreises, in der Nähe der Großen Dhünntalsperre, befindet sich der Ortsteil Kürten-Bechen. Das Grundstück ist unterhalb der Hauptstraße nahe des Dorfkerns gelegen und zeichnet sich durch eine starke Hanglage aus. Das bestehende Haupthaus 354 mit Gewerbeeinheit orientiert sich zur Straße, wohingegen sich die Wohnungen und der spätere Anbau 354a zur Landschaft im Hinterland orientieren. Durch einen Zwischentrakt mit darüberliegender Dachterrasse zugunsten des Bestandes wird das neu hinzukommende Haus 354b mit dem Altbau verbunden. Über ein tiefer gelegenes Hofniveau, das seiltich an den Bestand angrenzt, wird der Neubau erschlossen.

Typologisch nimmt der Neubau Bezug auf die vorhandenen Gebäude im unmittelbaren Kontext: Introvertiertheit und Intimität Richtung Straße bilden einen starken Kontrast zur maximalen Öffnung Richtung Landschaft. Zur Straße prästentiert sich das Haus 354b lediglich durch die Eingangstür. Auf der Rückseite öffnet sich das Gebäude auf der gesamten Länge durch zahlreiche große Öffnungen. Auf diese Weise wird das Äußere ins Innere geholt. Es entstehen viele Sichtachsen und Sichtbezüge aus den inneren Wegen und Räumen zur Landschaft.

Der Neubau, der eine Wohneinheit beinhaltet, ist in zwei Geschosse unterteilt. Weiterhin wird das Gebäude auf der Rückseite durch die beiden seitlichen Rücksprünge in drei Teile gegliedert. Der große Wohn-Essbereich ist zentral im Mittelteil des Hauses positioniert. Im südwestlichen Seitenteil befinden sich der Eingangsbereich mit Treppe ins Untergeschoss sowie das WC und ein Lagerraum. Der Flur bildet eine klare Sichtachse von der Eingangstür zu einer großen Öffnung Richtung Garten. Auf der anderen Seite des Wohn-Essbereichs, im nordöstlichen Seitenteil, befinden sich ein Arbeits- und ein Gästezimmer. Im Untergeschoss sind die privaten Räume untergebracht. Auch hier wird die Dreiteilung des Gebäudes in Mittel- und Seitenteile deutlich. Die beiden Kinderzimmer liegen im mittleren Teil. In den Seitenteilen befinden sich das Schlafzimmer, zwei Bäder sowie der Technikraum.

Die Dreiteilung des Gebäudes wird neben der Rücksprünge und der Grundrissgliederung außerdem durch das Maß der Öffnungen verstärkt. Im mittleren Teil gibt es drei Fensterachsen mit bodentiefen doppelflügeligen Fenstern. In den beiden seitlichen Teilen gibt es je vier bodentiefe einflüglige Fenster und je zwei kleine Fenster mit Brüstung. Die symmetrische Gliederung der Fassade sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild.

Die Materialität des Hauses wird auf natürliche und mineralische Materialien reduziert. Die wesentlichen Elemente wie Fenster, Eingangstür, Böden, Fußleisten und Treppe sind aus massiver Eiche. Die Innentüren und die Küche bestehen aus weiß lackiertem Holz. Die Innenwände sind weiß verputzt. Außen erhält die verputzte Fassade einen grauen Anstich mit einer mineralischen Pigmentfarbe. Die von außen weiß lackierten Fenster setzen sich von der grauen Fassade ab.

Das Gebäude zeichnet sich durch eine nachhaltige Bauweise aus, da auch für die Konstruktion der Wände mineralische Materialien zum Einsatz kommen.

Ort: Kürten-Bechen
Leistungsphasen: 1-8 nach HOAI
Planungszeit: 2019-2020
Realisierung: 2021-2023

Umbau und Erweiterung eines Mehrfamilienhauses um eine Wohneinheit

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